Großes Potenzial für das Gesundheitswesen.

Bei der dreidimensionalen Datenerfassung von Menschen gilt es besonders die Augensicherheit zu beachten. Während für industriell gefertigte Objekte die intensive Beleuchtung während der 3D-Vermessung kein Problem darstellt, reagiert das menschliche Auge darauf sehr empfindlich. Daher muss das während des Messprozesses emittierte, strukturierte Licht für das menschliche Auge harmlos und idealerweise auch unsichtbar sein. Zu diesem Zweck wurde ein augensicheres System entwickelt, in welchem die Beleuchtung und die Bildaufnahme einen für die Netzhaut unschädlichem kurzwelligen Infrarotbereich (SWIR) bei 1,4 µm nutzen.
Ein Anwendungsbereich des 3D-Bildgebungsverfahrens wird unter anderem der Überwachungsbereich sein, in welchem insbesondere Gesichter vermessen werden. Mit ca. 80.000 Punkten sind die 3D-Daten um ein Vielfaches höher aufgelöst als die Daten herkömmlicher Smartphone-3D-Sensoren mit lediglich 30.000 Punkten. Damit wird durch das Messprinzip eine erheblich höhere Messgenauigkeit gewährleistet.
Ein weiteres und vielversprechendes Anwendungsfeld stellt die berührungslose Messung von Vitalparametern dar. Das im BMBF-Projekt »3Dsensation« entstandene Messsystem NeoVital wird durch Multispektralkameras mit Nanooptiken ergänzt, wodurch zum Beispiel Herzfrequenz, Herzfrequenzvariation und Atmung gemessen werden können. Anders als bei herkömmlichen Verfahren kann hier auf kontakt- und kabelbasierte Sensoren verzichtet werden.
Die Messsysteme werden im Januar 2020 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt.
Quelle: iof.frauenhofer.de