Krebszellen schneller und genauer erkennen

Direkt während der Operation Tumorzellen schneller und genauer erkennen, dies ist das Ziel im EU-Forschungsprojekt CARMEN. Dafür wollen die Forschungsinstitute Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) aus Deutschland und Multitel asbl aus Belgien zusammen mit den Unternehmen aus beiden Ländern, JenLab GmbH, DELTATEC, und LaserSpec ein neuartiges, kompaktes und multimodales Bildgebungssystem entwickeln. Dieses könnte sogar die Untersuchung von Gewebeproben während der Operation ermöglichen.

Deep Learning bei Augenkrankheiten

Forschende des Helmholtz Zentrums München haben gemeinsam mit der Augenklinik des Klinikums der Universität München (LMU) und der Technischen Universität München (TUM) eine neue Methode entwickelt, die die automatisierte Diagnose von Augenkrankheiten wie diabetischer Retinopathie effizienter macht.

Künstliche Intelligenz soll OP-Risiken vermindern

Um das individuelle Risiko eines Patienten für Komplikationen schon vor der Operation möglichst genau abschätzen und berücksichtigen zu können, wollen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg Methoden des „Maschinellen Lernens“ nutzen. Im Rahmen des Projekts „Kognitiver medizinischer Assistent (KoMed)“ wird ein interdisziplinäres Team der Kliniken für Anästhesiologie sowie für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie in den kommenden zwei Jahren einen Algorithmus darin trainieren, eine Vielzahl klinischer Daten von Patienten mittels Big-Data-Analysen auszuwerten.

Über Funk den Herzschlag messen

Radare nehmen immer häufiger einen wichtigen Platz in der modernen Technik ein. Im medizinischen Bereich hingegen wird die kontaktlose Radartechnik momentan noch nicht eingesetzt. „Dabei hätten Funksensoren ein großes Potential, medizinische Untersuchungen komfortabler, sicherer und effizienter zu gestalten“, meint Professor Alexander Kölpin von der Technischen Universität Hamburg

COVID-19-Studie: Erlaubt die Funktion der Netzhautgefäße Rückschlüsse auf die Schwere des Krankheitsverlaufs?

Inzwischen wissen die Mediziner, dass COVID-19 nicht nur eine schwerwiegende Erkrankung der Atemorgane ist, sondern die Gefäßinnenwände im gesamten Körper betrifft. In der Folge wird die Blutgerinnung gestört und das Risiko für eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall steigt rapide. „Da wir trotz aller Fortschritte im Umgang mit COVID-19 noch über keine spezifische Therapie oder eine zugelassene Impfung verfügen, suchen wir gerade bei den jetzt wieder steigenden Infektionszahlen nach Hinweisen, die uns einen schweren Verlauf frühzeitig anzeigen können“, erklärt Dr. Daniel Vilser, leitender Oberarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKJ. „Die Funktionsanalyse der gut zugänglichen Netzhautgefäße ist ein etabliertes Verfahren, das uns wertvolle Informationen über einsetzende Störungen der Gefäßfunktion geben könnte.“

„Die Maschine als Erweiterung des Körpers“

Die Verzahnung von Robotik mit den Neurowissenschaften hat bereits zu beeindruckenden Ergebnissen in der Behandlung von gelähmten Patientinnen und Patienten geführt. So konnte ein Forschungsteam rund um Prof. Gordon Cheng von der Technischen Universität München (TUM) zeigen, dass das Training mit Hilfe eines Exoskeletts, einer außen am Körper angebrachten und extern mit dem Gehirn verbundenen robotischen Stütze, den Heilungsprozess von Menschen mit Querschnittslähmung voranbringt. Nun sei die Zeit reif, den nächsten Schritt zu gehen, sagt Prof. Cheng im Interview.

Kompostierbare Displays für nachhaltige Elektronik

In den kommenden Jahren drohen die zunehmende Verwendung elektronischer Geräte in Gebrauchsgegenständen sowie neue Technologien im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge, die Produktion von Elektronikschrott zu erhöhen. Eine umweltfreundlichere Produktion und ein nachhaltigerer Lebenszyklus sind hier von entscheidender Bedeutung, um Ressourcen zu sparen und Abfallmengen zu minimieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist es erstmalig gelungen, Displays zu produzieren, deren Bioabbaubarkeit von unabhängiger Seite geprüft und bestätigt wurde.

Schlaue Roboter dank ROS

Am 15. und 16. Dezember 2020 lädt das Fraunhofer IPA zum achten Mal zur ROS-Industrial Conference, die diesmal virtuell stattfindet. Sie bietet Aktuelles aus Wissenschaft und Industrie rund um das freie »Robot Operating System« (ROS). Die Konferenz ist zugleich die Abschlussveranstaltung für das EU-Projekt »ROSIN«, das nach über 70 Pilotprojekten endet.

Quantenphotonik für extrem genaue Sensoren

Forscherinnen und Forscher am Fraunhofer IZM wollen die Quantenphysik aus den Lehrbüchern in die Realität bringen. Mit Hilfe von optischen Glas-integrierten Wellenleitern entwickeln sie eine universelle Plattform, die es ermöglicht, Lösungen für abhörsichere Quantenkommunikation und hochgenaue Quantensensoren miniaturisiert, schnell und auf Kundenwunsch aufzubauen. Warum sich die Kombination aus Photonik und Quanten besonders gut eignet und welche Zukunftsbereiche sich durch Quantentechnologien eröffnen.

HerzCheck mit mit Award ausgezeichnet

Das Innovationsfondsprojekt HerzCheck wurde mit dem German Medical Award ausgezeichnet. DHZB-Kardiologe Prof. Dr. med. Sebastian Kelle erhielt die Auszeichnung als Konsortialführer stellvertretend für alle beteiligten Partner. Das Projekt sieht eine frühzeitige Diagnose der Herzinsuffizienz in ländlichen Regionen mithilfe der Telemedizin und mobilen Magnetresonanztomografen (MRT) vor.

TRUMPF und SICK entwickeln den erste industrielle Quantensensoren

Die einhundertprozentige TRUMPF Tochtergesellschaft Q.ANT und der Sensorik-Spezialist SICK arbeiten künftig gemeinsam an der Entwicklung quantenoptischer Sensoren. Vertreter der beiden Hochtechnologieunternehmen haben heute einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, um Quantentechnologie für Sensoren im industriellen Einsatz nutzbar zu machen. Quantensensoren ermöglichen Messungen in einer Genauigkeit, die technisch bislang nicht möglich war.

Zweifacher Infektionsschutz für Implantate

Eine hybride Beschichtung von Implantaten aus antibakteriell wirksamem Silber und einem Antibiotikum soll künftig Patienten vor Infektionen schützen. Für noch bessere Schutzwirkung wird das Antibiotikum speziell auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Das Projekt AntiSelektInfekt entstand in Zusammenarbeit mit einem Forscher-Team der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

Brutkasten Lunge

Brutkasten für die Lunge gewinnt Forschungspreis

Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Thoraxchirurgie“ der Universitätsmedizin Magdeburg unter der Leitung von Dr. Cornelia Wiese-Rischke wurde für die innovative Forschungsarbeit von Promotionsstipendiatin Isabell Knoblich mit dem Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 ausgezeichnet. Unter dem Titel „Optimierung der Organperfusion in einem präklinischen ex–vivo Lungen-Perfusionsmodell“ haben die Wissenschaftler*innen um Prof. Dr. Thorsten Walles von der Universitätsklinik für Herz- und Thoraxchirurgie ein Versorgungssystem – vergleichbar mit einem „Brutkasten“ – für die Lunge entwickelt.

Chip zur Erfassung von Nervenzellenimpulsen

Seit mehr als fünfzehn Jahren entwickelt die Gruppe von ETH-​Professor Andreas Hierlemann Mikroelektrodenchips, mit denen man Nervenzellen in Zellkultur präzise elektrisch anregen sowie die Aktivität der Zellen messen kann. Die Entwicklungen ermöglichen es, Nervenzellen in Zellkulturschalen wachsen zu lassen und mit dem am Kulturschalenboden liegenden Chip jede einzelne Zelle eines zusammenhängenden Neuronengewebes genau zu untersuchen. Alternative Messmethoden haben demgegenüber deutliche Einschränkungen: Sie sind entweder sehr aufwendig, weil zu jeder Zelle einzeln ein Kontakt hergestellt werden muss, oder man muss dazu Fluoreszenzfarbstoffe verwenden, welche das Verhalten der Zellen und somit die Experimente beeinflussen.

Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik 2020 geht an Martin Oelschlägel von der TU Dresden

Martin Oelschlägel, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Klinisches Sensoring und Monitoring an der TU Dresden, erhält für seine Arbeit „Intraoperative Optische Bildgebung zur Lokalisation und Schonung funktioneller Hirnareale während neurochirurgischer Operationen“ den mit 5000 Euro dotierten Preis Patientensicherheit in der Medizintechnik 2020. Der Preis wird jedes Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (VDE DGBMT) und dem Aktionsbündnis Patientensicherheit für herausragende Arbeiten im Bereich Patientensicherheit vergeben.

MedUni Wien und Ottobock erhalten CDG-Preis für Forschung und Innovation

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der österreichischen Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) wurde erstmals der CDG-Preis für Forschung und Innovation verliehen. Bei einer Pressekonferenz verkündete die österreichische Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Dr. Margarete Schramböck, die Preisträger Prof. Dr. Oskar Aszmann von der Medizinischen Universität Wien gemeinsam mit Ottobock CTO Dr. Andreas Goppelt. Von 2012 bis 2019 erforschten die Preisträger im dazugehörigen CD-Labor die Lage und Arbeitsweise von Nerven und Muskeln, um Armbewegungen intuitiv zu steuern.

Spinnenseide fördert Heilungsprozesse

Neue, an der Universität Bayreuth entwickelte Biomaterialien beseitigen Infektionsrisiken und fördern Heilungsprozesse: Einem Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Scheibel ist es gelungen, diese für die Biomedizin hochrelevanten Materialeigenschaften zu kombinieren. Die nanostrukturierten Materialien basieren auf Spinnenseide. Sie verhindern die Ansiedlung von Bakterien und Pilzen, aber unterstützen gleichzeitig proaktiv die Regeneration von menschlichem Gewebe. Daher eignen sie sich hervorragend für Implantate, Wundverbände, Prothesen, Kontaktlinsen und andere Hilfsmittel des Alltags. In der Zeitschrift „Materials Today“ stellen die Wissenschaftler ihre Innovation vor.

Intelligentes Pflaster für schonendere Atemunterstützung von Frühgeborenen

Bei frühgeborenen Kindern, deren Lungen sich noch in der Entwicklung befinden, ist die lebensnotwendige Atemunterstützung eine besondere Herausforderung. Studien haben gezeigt, dass eine Atemunterstützung, die sich an die Eigenatmung der Frühgeborenen anpasst, zu besseren Langzeitergebnissen führt. Das Verbundprojekt smartNIV (d.h. schonende Nicht-Invasive Beatmung) hat daher zum Ziel, ein neuartiges Sensorsystem zu entwickeln.