Informationen der Hilfsmittelversorgung müssen in elektronische Patientenakte integriert werden

Anlässlich der Anhörung des Patientendaten-Schutz-Gesetzes (PDSG) am heutigen Mittwoch (27.5.), fordert die Medizintechnik im Industrieverband SPECTARIS, dass die Leistungserbringer in der Hilfsmittelversorgung in die Telematikinfrastruktur eingebunden werden. Nach wie vor fehlt eine Regelung, die vorsieht, dass auch die Informationen zur Hilfsmittelversorgung in die digitale Patientenakte eingebunden werden können. „Damit werden Chancen für eine effektivere Patientenversorgung vertan“, heißt es in einem gemeinsamen Papier der Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung (IGHV), das hier gelesen werden kann.

“Digitale MedTech-Innovationen produzieren, nicht importieren!”

er Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, fordert einen adäquaten Zugang der Medizinprodukte-Unternehmen zu versorgungsrelevanten und medizinischen Daten. “Um Medizinprodukte neu zu entwickeln oder bestehende Produkte weiter zu verbessern, müssen unsere MedTech-Unternehmen einen Zugang zu Patientendaten haben”, erklärte BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll im Vorfeld der morgigen Anhörung zum Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG).

PDSG-Anhörung

Die Informationen zu Hilfsmittelversorgungen müssen schnellstmöglich in die elektronische Patientenakte (ePA) eingebunden werden. Das fordern die in der “Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung” (IGHV) zusammengeschlossenen Hilfsmittelverbände im Vorfeld der Anhörung zum Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) am 27. Mai 2020. Bislang ist vorgesehen, dass die Versorgung durch Physio- und Psychotherapeuten, Pflegepersonal und Hebammen in der ePA verarbeitet werden kann und diese Berufsgruppen entsprechend an die ePA-Strukturen angebunden werden.

Vier Maßnahmen zur Infektionsprävention

Infektionsprävention muss künftig eine dauerhafte gesundheitspolitische Priorität werden und sollte auch ein Schwerpunktthema auf der Agenda der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sein. Das fordert der BVMed-Fachbereich “Nosokomiale Infektionen” (FBNI) in einem Positionspapier mit dem Titel “Infektionen vermeiden – Bewusst handeln”. “Ein Großteil der behandlungsassoziierten Infektionen ist vermeidbar, vor allem durch bessere Hygiene.

Kritik am NIPT-Bluttest durch BVNP

Sobald werdende Eltern den positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten, beschäftigt sie die Frage, ob ihr Baby gesund zur Welt kommt. Um das Risiko für Fehlbildungen einzuschätzen, kann unter anderem ein Bluttest auf kindliche Chromosomenanomalien durchgeführt werden. Dieser „nicht-invasive pränatale Test“ (NIPT) wird zukünftig für Schwangere mit bestimmten Risiken zur Kassenleistung. Doch worüber gibt er Auskunft? Antworten soll die Versicherteninformation des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) geben, die gerade im Stellungnahmeverfahren ist. Der Berufsverband niedergelassener Pränatalmediziner e.V. (BVNP) sieht darin gravierende Mängel.

BVMed-Gesprächskreis Gesundheit

“Durch das Herunterfahren der klinischen Versorgungen und die erheblich reduzierte Patientenversorgung in den niedergelassenen Praxen sind die Hilfsmittel-Leistungserbringer erheblich unter Druck geraten”, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, Berichterstatter seiner Fraktion für den Hilfsmittelbereich, auf dem digitalen “Gesprächskreis Gesundheit” des BVMed am 13. Mai 2020. Er forderte Unterstützungsmaßnahmen für die Hilfsmittel-Leistungserbringer, um die Versorgung der Patienten vor Ort sicherzustellen. Wichtig sei zudem eine klare Ansage, dass planbare Operationen jetzt wieder möglich sind und durchgeführt werden sollten. Kühne wies in der Diskussion mit den BVMed-Unternehmen auch darauf hin, dass die Corona-Krise auch Chancen biete, Prozesse zu optimieren, administrative Hemmnisse abzubauen und die Digitalisierung voranzubringen.

Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

Die additive Fertigung, auch 3-D-Druck genannt, ermöglicht die wirtschaftliche Fertigung kleiner Losgrößen und bietet eine geometrische Gestaltungsfreiheit weit jenseits der zuvor bekannten Grenzen. Additiv hergestellte Bauteile aus Kunststoffen oder Metallen sind daher Realität in der industriellen Produktion. 3-D-Druckverfahren ermöglichen jedoch auch die Herstellung von keramischen Bauteilen. Die neue Richtlinie VDI 3405 Blatt 8.1 vermittelt die dafür notwendigen Grundkenntnisse.

BVMed: “Komplexe Medizinprodukte-Lieferketten beachten”

Berlin | Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, appelliert im Vorfeld der Anhörung zum Zweiten Bevölkerungsschutzgesetz, auch in Krisenzeiten die marktwirtschaftlichen Prinzipien und die komplexen Lieferketten und Produktionsnetzwerke der MedTech-Branche zu beachten, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. “Wichtig ist, dass die komplexen Liefer- und Versorgungsketten unserer Branche nicht durch staatliche Eingriffe wie Beschlagnahme oder Exportbeschränkungen beeinträchtigt werden”, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Die BVMed-Stellungnahme zum Gesetzentwurf kann unter www.bvmed.de/positionen abgerufen werden.

SPECTARIS begrüßt Verschiebung des MDR-Gültigkeitsbeginns

Die Medizintechnik im Deutschen Industrieverband SPECTARIS begrüßt die einjährige Verschiebung des Gültigkeitsbeginns der Medical Device Regulation (MDR), die heute im Amtsblatt der EU bekannt gegeben wurde. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise ist die Verschiebung aus Sicht von SPECTARIS ein absolut notwendiger aber noch nicht ausreichender Schritt. Der Verband hat seit geraumer Zeit die holprige Umsetzung der MDR kritisiert, die durch die Auswirkungen der Pandemie noch weiter verschärft wird.