GE Healthcare und das deutsche Radiologienetzwerk Starvision haben eine wegweisende Zusammenarbeit zur Einführung von Remote Scanning in Deutschland gestartet. Die Partnerschaft basiert auf der Technologie Imaging 360 Remote powered by nCommand Lite und stellt eine der ersten europäischen Kooperationen dieser Art dar. Ziel ist es, dem akuten Fachkräftemangel in der deutschen Radiologie zu begegnen und gleichzeitig die Patientenversorgung zu verbessern.

Radiologien in Europa stehen vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende Untersuchungszahlen und zunehmender Zeitdruck. In Deutschland wird in den kommenden fünf Jahren nahezu jede fünfte Radiologin bzw. jeder fünfte Radiologe in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig verschärft der Mangel an MRTs die Lage – Wartezeiten steigen, Teams geraten an ihre Grenzen [i].
Deutschlandweite Vernetzung von MRT-Systemen
Starvision ist Deutschlands größtes ärztlich geführtes Radiologienetzwerk, mit über 240 Spezialist:innen an mehr als 60 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Gemeinsam mit GE Healthcare arbeitet das Netzwerk daran, Remote Scanning an die Anforderungen deutscher Radiologiepraxen anzupassen.
Bereits 2023 schloss GE Healthcare eine exklusive Vertriebsvereinbarung mit Ionic Health, um Remote-Scanning-Lösungen breiter verfügbar zu machen. Mit der nun gestarteten Kooperation mit Starvision baut das Unternehmen dieses Engagement weiter aus.
Im Rahmen der Zusammenarbeit werden fünf MRT-Systeme verschiedener Hersteller an Standorten in Düsseldorf, Mainz und Wiesbaden miteinander verbunden. So können erfahrene Fachkräfte Remote-Scans in Echtzeit begleiten, lokale Teams unterstützen und Abläufe über unterschiedliche Gerätekonfigurationen hinweg vergleichen. Langfristig soll Remote Scanning zu einem festen Bestandteil radiologischer Arbeitsabläufe werden.
Technische Grundlagen: nCommand Lite
nCommand Lite ist ein FDA-zugelassenes und CE-gekennzeichnetes System für die Fernbegleitung bildgebender Untersuchungen. Es unterstützt mehrere Modalitäten (MRT, CT, PET/CT) und wurde speziell für Regionen mit eingeschränkter Netzwerkinfrastruktur entwickelt. Remote-Expert:innen können lokale Teams in Echtzeit unterstützen, Protokolle anpassen, komplexe Untersuchungen begleiten und Schulungen durchführen, während die Kontrolle über Freigaben und Zugriffe vollständig vor Ort bleibt.
„Wir möchten Remote Scanning einfacher und breiter zugänglich machen – insbesondere für Patienten und Patientinnen, die komplexe Untersuchungen benötigen und nicht immer auf vor Ort verfügbare Experten zurückgreifen können“, sagt Scott Miller, CEO Enterprise Imaging Solutions, GE Healthcare. „Gleichzeitig bieten wir eine Lösung, die herstellerübergreifend funktioniert und Radiologieteams dabei hilft, Prozesse zu vereinheitlichen und Ressourcen effizienter einzusetzen.“
Gemeinsam Richtung Zukunft der Radiologie
GE Healthcare und Starvision evaluieren gemeinsam den praktischen Einsatz von Remote Scanning – von der Einführung neuer Arbeitsabläufe über Performance-Analysen bis hin zu Nutzerfeedback aus der klinischen Praxis. Die Ergebnisse sollen ein praxistaugliches Modell schaffen, das sich auf weitere Standorte übertragen lässt.
„Remote Scanning ist ein entscheidender Schritt, um die Radiologie zukunftsfähig zu machen“, erklärt Maxi Wetzel, Workflow Strategy, Starvision. „Durch den gezielten Einsatz digitaler Technologie können wir Personalressourcen optimal einsetzen, Abläufe effizienter gestalten und gleichzeitig die Patientenerfahrung verbessern. So schaffen wir die Grundlage für moderne, vernetzte und nachhaltige Versorgung.“
Die Evaluation des Pilotprojekts soll im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zeigen, wie Remote Scanning radiologische Abläufe in Deutschland und darüber hinaus nachhaltig verändern kann.
[i] Brady, A.P., Paulo, G., Brkljacic, B. et al. Current status of radiologist staffing, education and training in the 27 EU Member States. Insights Imaging 16, 59 (2025). https://doi.org/10.1186/s13244-025-01925-7
Quelle: GE Healthcare
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